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In der Ausgabe 2003/35 der "Zeit" stand folgendes über Arno Gruen, Psychologe und Psychoanalytiker:
...Wenn er tagsüber zuhört und abends zurückschaut auf die Geschichte des 20. Jahrhunderts, spürt Arno Gruen, dass die Last der „Geschichte ungeheurer Schmerzen“ – und deren Verleugnung – uns krank macht.
Da er die individuellen und die politischen Folgen der Verleugnung kennt: „Wer mit dem eigenen Schmerz nicht umgehen kann, verliert sein Mitgefühl und wird den Schmerz weiter geben“, will er aufklären. Warnen vor einer gnadenlosen Gesellschaft von Konsumenten, Konkurrenten, Kriegern, die so gespenstisch der Selbstzerstörung entgegeneilt. Mit Emphase, mit Pathos und mitunter im biblischen Tonfall: „Weil das, was den Menschen zum Menschen macht, weil das Mitgefühl nicht zerstört werden darf.“ …
Wir lernen nichts aus der Geschichte, erklärt Gruen, weil wir falschen Göttern vertrauen. Die Götter wechseln. Die Versuchung, ihnen nachzulaufen, bleibt.
Die Ursache dafür sieht er in der „Schädigung menschlicher Anlagen“ durch „verratene Liebe“: „Viele von uns haben als Kinder nicht genug einfühlsame Liebe erlebt oder zu viel besitzergreifende Liebe oder „Liebe für Leistung“ und mussten sich dennoch mit den ‚mächtigen‘ Eltern identifizieren, um zu überleben.“ Folge: Eigene Gefühle werden aufgegeben.
Die unbewusste Anpassung an das Erwartungsmuster der ersten Autoritäten, danach der eingeübte Gehorsam gegenüber weiteren Autoritäten führt zur Verachtung des eigenen Selbst, zur Projektion von Hass und Wut auf andere, zum nie endenden Bedarf an Feindbildern. Weitere Folge: Selbstlose Lebensmuster der Anpassung und Aggression blenden eigene Erkenntnis und mitfühlendes Interesse aus und perpetuieren den „Wahnsinn der Normalität“. „Wir wollen geliebt werden, von denen, die Macht haben.“
Carl Gustav Jung sagte einmal:
„Wer nach außen schaut, träumt. Wer nach innen schaut, erwacht."
Dem ist nichts hinzuzufügen.
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